Ein einzelnes Tier zu retten verändert nicht die Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier!

Die Idee

Amphibien gehören zu den am stärksten bedrohten Tierarten in der Schweiz. Der ursprüngliche Lebensraum von Fröschen, Molchen, Kröten und Salamandern, grossflächige Feuchtgebiete entlang von Flüssen und Seen sowie die Moore, wurden zu einem grossen Teil zerstört. Heute kommen diese Arten oft nur noch in kleinen Rückzugsgebieten, in Kies- und Lehmgruben oder in künstlich angelegten Teichen, wie unser Teich vor der EHB Zollikofen, vor. Im Winter 2018 entstand, aufgrund der bevorstehenden Überbauung des Zuggebietes, ein zusätzlicher Teich direkt im Wald. Es gilt nun zu versuchen, die Tiere zu überzeugen, dass dieser Weiher wesentlich gefahrloser zu erreichen ist. Wird nicht einfach, da Amphibien sehr teichtreu sind.  

Wir setzen uns dafür ein, dass diese Tiere, auch wenn sie oft als eklig empfunden werden, unsere "moderne" Zivilisation überleben und versuchen, die Amphibien im Frühjahr sicher zu ihrem Laichgewässer zu bringen.

Dazu sammeln wir die vom Wald kommenden Tiere vor der Überquerung der Kirchlindachstrasse ein, bestimmen wenn möglich Art und Geschlecht, zählen sie und setzen sie anschliessend wohlbehalten am Teich aus. Dort folgen die Amphibien dem amourösen Ruf der Natur.

 

Kurz nach der Paarungszeit "pilgern" die ersten Kröten, Frösche und Molche bereits zurück in den Wald - das ist herausfordernd, denn gleichzeitig befinden sich noch Tiere auf dem Weg zum Teich. Passagiere in beide Richtungen also. Ab diesem Moment überwachen wir beide Strassenseiten - ohne freiwillige, aufmerksame und treue Helfer/-innen wäre diese ambitiöse Aufgabe nicht lösbar und unzählige Tiere würden dem Strassenverkehr zum Opfer fallen. In Zollikofen und Umgebung leben glücklicherweise Menschen, die uns während Wochen tatkräftig und engagiert zur Seite stehen. Dank ihnen retteten wir letztes Jahr über 700 Tiere vor dem sicheren Strassentod. Eine stolze Zahl, aber im Vergleich zu den letzten Jahren ein erneut drastischer Populationsrückgang (siehe Rettungsstatistik). Über die Ursachen kann nur spekuliert werden (Trockener Frühling, wenig Regen, Waldarbeiten mit schweren Maschinen im Zugsgebiet, Wanderungen durch die Nacht, etc.). Wir hoffen, dass trotzdem möglichst viel Nachwuchs aus der diesjährigen Paarungszeit entsteht und werden auch nächstes Jahr bereitstehen. Seit 2011 gelang es uns übrigens, über 8'577 Amphibien sicher in die jeweiligen Zielgebiete zu überführen.

 

Alter, Geschlecht und Nationalität spielt bei der Rettung von Amphibien überhaupt keine Rolle, wir freuen uns über jede Person, die uns dabei unterstützt!

 

Herzlichen Dank!

Ob diese Aktion zur Arterhaltung beiträgt ist nicht der entscheidende Punkt. Wichtig ist die Geste des Respekts gegenüber der Natur, gegenüber den Lebewesen, die auch auf unserem Planeten leben...


Der neue Weiher, im Wald vor der Strasse...